5. Oktober 2014

Bundeswehr: Ausrüstung ungeeignet für Umweltzonen

Ist die Bundeswehr auf die Verteidigung des Regierungsviertels in Berlin vorbereitet, fragen sich viele aus aktuellem Anlass. Absolut nicht! Sie dürfte mit ihren Fahrzeugen nicht mal in die nähe des Reichstagsgebäudes oder des Kanzleramtes. Warum?

Panzer, Ki-generiert

Die meisten bekannten Panzermodelle haben keine Grüne Plakette für die Umweltzone. Beil Leopard 2 ist das hauptsächlich auf die Rußpartikel-Emissionen des 12-Zylinder-Dieselmotors zurückzuführen. Der Motor ist eine Entwicklung der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Er wurde im Unterschied zu MAN- oder Mercedes-Bussen, bzw. -LKW niemals den geltenden EU-Umweltrichtlinien angepasst.

Fast 50 Jahre alte Dieseltechnik

Aus dem Verteidigungsministerium heißt es dazu angeblich: Es werde intensiv geprüft, ob eine Verteidigung außerhalb des S-Bahn-Ringes mit der vorhandenen, weniger umweltfreundlichen Technologie möglich ist. Die Berliner Umweltzone verbietet jedenfalls den Einsatz von Fahrzeugen bestimmter Emissionsklassen im Innenstadtbereich. Der Berliner Senat verweigert bislang eine Ausnahmegenehmigung unter Verweis auf die Zuständigkeit Brüssels.

Vertreter der Opposition forderten die Bundesregierung auf, Wehrbereitschaft und Umweltschutz endlich in Einklang zu bringen. Es könne nicht sein, dass Kriege die Umwelt stärker belasten als nötig, hieß es von Bündnis 90/Die Grünen. Die Linken lehnten Panzer in Berlin grundsätzlich ab und verwiesen auf dringend nötige zusätzliche Radwege. Ein Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindetages verwies auf ungeklärte Finanzierungsfragen bei der Verteidigung anderer Umweltzonen wie Stuttgart oder Leipzig. Der Bund dürfe die zusätzlichen Kosten für die Nachrüstung von Rußpartikelfiltern nicht auf Länder und Gemeinden abwälzen.

CSU verzichtet auf Maut aus Truppenbewegungen

Die bayerische CSU will indes auf Mauteinnahmen aus Truppenbwegungen verzichten. Die wenigen fahrbereiten Einheiten der Bundeswehr dürften nicht zusätzlich dadurch behindert werden, dass sie bei Truppenverlegungen über Autobahnen Maut bezahlen müssten. An der Maut für ausländische Fahrzeuge wolle man jedoch auf jeden Fall festhalten. Ob dies auch für gepanzerte Fahrzeuge der ISIS gelte, die in Deutschland hergestellt und über sichere Drittländer wie Katar und Saudi Arabien geliefert wurden, blieb jedoch zunächst unklar. Für russische Panzer werde es allerdings ganz sicher keine Ausnahmen von der Ausländermaut geben, so ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Honoriere meine Arbeit
als freier Autor. Danke!

Buy me a coffeeWeitere Möglichkeiten zur Unterstützung...
Priebshow
mit Mathias Priebe
IMPRESSUM
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram